Guthabenzinsen bleiben 2023 deutlich unter der Inflation – sind Aktien alternativlos?

Aktien gehören Deutschland definitiv nicht zu den beliebtesten Anlageprodukten. Im Gegensatz zu anderen Ländern haben hierzulande nicht einmal 25 Prozent aller Anleger die Wertpapiere im Depot. Selbst bei langfristigen Sparplänen, spielen Aktien trotz vieler Pro-Argumente leider nur eine geringe Rolle.
Ein Grund dafür ist, dass zahlreiche Bundesbürger der Auffassung sind, dass Aktien sehr risikoreich sind und im Grunde nur für eine Spekulation genutzt werden können.
Darüber, warum dies so pauschal jedoch nicht der Fall ist und warum Aktien durchaus eine sinnvolle Kapitalanlage mit guter Rendite sein können, möchten wir Sie im Folgenden Beitrag informieren.

Was besitze ich wenn ich in eine Aktie kaufe?

Rechtlich betrachtet sind Aktien zunächst einmal Anteilscheine, die von der Aktiengesellschaft ausgegeben werden. Mit dem Erwerb wird der Aktionär zum Miteigentümer des Unternehmens und er kann seine Stimmrechte mindestens einmal jährlich auf der stattfindenden Hauptversammlung ausüben und damit – zumindest zu einem kleinen Teil – Entscheidungen im Unternehmen beeinflussen. Für die meisten Anleger ist allerdings nicht dieser rechtliche Aspekt von Bedeutung, sondern die Tatsache, dass Aktien zu den rentabelsten Anlageformen zählen. Gewinne lassen sich insbesondere in Form von Kursgewinnen erreichen, aber auch die Dividende ist mittlerweile ein wichtiger Faktor bei der Wahl der Aktien geworden. Die meisten Wertpapiere dieser Art können an der Börse gehandelt werden, aber auch der außerbörsliche Handel ist mittlerweile bei zahlreichen Anlegern beliebt.

Abhängig davon, um welche Aktien es sich handelt, gibt es zusammengefasst die folgenden drei Ertragsarten:

  • Kursgewinne
  • Dividenden
  • Währungsgewinne

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Lohnt es sich, in Aktien zu investieren?

Gründe für die Investition in Aktien

  1. Potentiell höhere Rendite: Im Vergleich zu anderen Anlageformen wie Sparbüchern oder Tagesgeldkonten bieten Aktien in der Regel eine höhere Rendite.
  2. Inflation: Aktien haben in der Regel eine geringere Inflation als andere Anlageformen, was bedeutet, dass das Geld in Aktien längerfristig mehr wert bleibt.
  3. Diversifikation: Durch den Kauf von Aktien unterschiedlicher Unternehmen und Branchen kann das Risiko reduziert werden.
  4. Mitbestimmung: Als Aktionär hat man die Möglichkeit, an der Unternehmensführung teilzunehmen und somit aktiv Einfluss auf die Zukunft des Unternehmens zu nehmen.
  5. Langfristige Anlage: Aktien eignen sich besonders für langfristige Investitionen, da sich die Kurse in der Regel erst nach einigen Jahren stabilisieren.

Gründe gegen die Investition in Aktien

  1. Volatilität: Aktienkurse können sehr volatil sein und in kurzer Zeit stark schwanken.
  2. Wirtschaftliche Unsicherheit: In wirtschaftlich schwierigen Zeiten kann es zu starken Verlusten bei Aktien kommen.
  3. Risiko: Investitionen in Aktien sind generell riskanter als in Anlageformen mit festem Zins, wie zum Beispiel Sparbuch oder Tagesgeldkonten.
  4. Mögliche Fehlentscheidungen: Entscheidungen der Unternehmensführung können sich negativ auf den Aktienkurs auswirken und zu Verlusten führen.
  5. Kurzfristige Investition: Aktien eignen sich nicht für Kurzfristanlagen, da sich die Kurse erst nach längerer Zeit stabilisieren und es länger dauert bis man eine Rendite erzielt

Sparpläne mit noch mehr Vorteilen für Sparer: „Cost Average Effekt

Einer der Vorteile bei der Investition in Aktien ist der sogenannte „Cost Average Effect“. Dieser besagt, dass durch den Kauf von Aktien in regelmäßigen Abständen und unabhängig von der aktuellen Kursentwicklung, der Durchschnittskaufpreis pro Aktie sinkt. Dies liegt daran, dass man in Zeiten, in denen die Kurse niedrig sind, mehr Aktien für das gleiche Geld kaufen kann, und in Zeiten, in denen die Kurse hoch sind, weniger Aktien kauft. Auf diese Weise kann man das Risiko minimieren und langfristig von einer stabilen Kursentwicklung profitieren.

Rohstoffpreise und Ukrainekonflikt – Aktien während einer Krise kaufen?

Während einer wirtschaftlichen Krise kann der Kauf von Aktien für manche Investoren eine attraktive Option sein, da die Aktienkurse oft stark gesunken sind und somit günstig zu erwerben sind. Unter Börsianern wird dabei oft der Satz „„Kaufenwenn die Kanonen donnern“ zitiert, der sich zumindest historisch gesehen bewahrheitet hat.
Die niedrigen Kurse während einer Wirtschafts- bzw. Börsenkrise können sich langfristig als gute Einstiegsgelegenheit erweisen, da sich die Aktienkurse in der Regel nach einer Krise wieder erholen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen einer Krise unvorhersehbar sind und es immer ein gewisses Risiko beim Kauf von Aktien während einer Krise gibt. Es empfiehlt sich daher, sich gut zu informieren und eine ausgewogene Diversifikation anzustreben, um das Risiko zu minimieren.

Das Problem der Deutschen mit Wertpapieren

Eine interessante Frage ist sicherlich, warum deutsche Anleger relativ wenig Interesse an Aktien haben. In den Vereinigten Staaten ist es nämlich beispielsweise so, dass durchschnittlich mehr als die Hälfte der Bevölkerung die Wertpapiere im Depot hat und Aktien sogar ein Teil der Altersvorsorge sind. Experten erklären die Tatsache, dass die Bundesbürger definitiv nach wie vor Aktienmuffel sind, vor damit, dass die Anleger hierzulande im internationalen Vergleich sehr sicherheitsorientiert sind. Aktien gehören nun einmal – zumindest auf dem Papier – nicht die Sicherheit garantieren, die Sie zum Beispiel beim Tagesgeld, beim Festgeld oder auch bei Bundeswertpapieren finden.

Zudem wird in den Medien meistens dann besonders intensiv über die Wertpapiere berichtet, wenn es an den Börsen große Kursbewegungen in die eine oder andere Richtung gibt. Dies wiederum erweckt bei zahlreichen Verbrauchern den Anschein, dass die Kurse ständig Auf und Ab verlaufen, sodass ein Investment in Aktien schlichtweg riskant ist. Allerdings hängt das Risiko einer Aktien von einigen Faktoren ab, die der Anleger selbst zum Teil beeinflussen kann.

Risiko bei Aktien reduzieren mit breit aufgestellten Fonds & ETFs

Bevor wir näher darauf eingehen, dass Aktien im Durchschnitt betrachtet bei Weitem nicht so riskant sind, wie es viele Anleger meinen, möchten wir gerne auf die prinzipiellen Risiken eines Investments in die Wertpapiere eingehen. Zunächst einmal gibt es die folgenden Risiken, die je nach Aktie auftreten können:

  • Emittentenrisiko
  • Kursrisiko
  • Ertragsrisiko
  • Währungsrisiko

Wenn Sie sich für eine bestimmte Aktie entscheiden, kann es durchaus passieren, dass diese mit allen vier genannten Risiken ausgestattet ist. Ein Währungsrisiko jedoch existiert zum Beispiel nur dann, wenn Sie eine nicht in Euro notierte Aktie wählen. Das Ertragsrisiko ist zwar vorhanden, allerdings auf der anderen Seite eine generelle Eigenschaft von Aktien. Im Gegensatz zu festverzinslichen Wertpapieren gibt es bei Aktien keine fest kalkulierbaren Erträge, denn weder Dividende noch Gewinne stehen im Vorhinein fest. Das Emittentenrisiko ist ohnehin bei den weitaus meisten Anlageformen vorhanden, selbst bei sicheren Staatsanleihen. Das Kursrisiko hängt wiederum bei Aktien von mehreren Faktoren ab und sinkt zum Beispiel – statistisch betrachtet – bei fortschreitender Haltedauer.

Während Kurs-, Ertrags- und Emittentenrisiko bei Aktien als gegeben hingenommen werden müssen, gibt es mehrere Einflussfaktoren, die sich vor allem auf das Kursrisiko auswirken. Ein ganz entscheidender Faktor ist hier zum Beispiel die Wahl der Aktien. Standardwerte, wie zum Beispiel die im DAX notierten Aktien, haben nämlich durchschnittlich ein deutlich geringeres Kursrisiko als kleine Nebenwerte, die vielleicht noch ausschließlich an ausländischen Börsen gehandelt werden. Mit der gezielten Selektion der Aktien kann der Anleger selbst also bereits einiges tun, um das Kursrisiko zu reduzieren. Ein weiterer Einflussfaktor ist definitiv die Laufzeit bzw. die Haltedauer.

Wen Sie zum Beispiel in der Vergangenheit DAX-Aktien im Depot hielten und zwischen Kauf und Verkauf mindestens 12 Jahren lagen, hätte es keinen einzigen Zeitraum seit 1987 (Einführung DAX) gegeben, in dem Sie Verluste erlitten hätten. Stattdessen ließen sich mit DAX-Aktien – ebenfalls im Durchschnitt betrachtet – in den letzten 30 Jahren Renditen von sieben bis acht Prozent per anno erzielen. Eine weitere Maßnahme, mittels derer Anleger das Kursrisiko zum Teil deutlich reduzieren können, ist die Diversifikation.

Bei Aktien ist es immer empfehlenswert, das Kapital auf mehrere Wertpapiere aufzuteilen. Die vorherige Analyse, insbesondere in Form der Fundamental- und der Chartanalyse, ist eine weitere Maßnahme, die dem Anleger dabei hilft, gezielt erfolgversprechende Aktien auswählen und somit ebenfalls das Risiko zu minimieren. Bei einem vorübergehenden – auch deutlicheren – Kursrückgang nicht in Panik geraten und die Wertpapiere zu verkaufen, insbesondere dann nicht, wenn man ohnehin einen langfristigen Anlagehorizont hat, ist eine weitere wichtige Maßnahme, die jeder Anleger ergreifen kann.

In der Übersicht sind es demzufolge die folgenden Maßnahmen, die in der Summe dazu führen können, dass das Risiko eines Aktien Investments deutlich verringert wird:

  • Gezielte Auswahl der Aktien
  • Analysemöglichkeit vor dem Kauf nutzen
  • Standardaktien haben geringeres Risiko
  • Anlagehorizont von mindestens 10 bis 12 Jahren
  • Keine voreiligen Verkäufe
  • Diversifikation

Aktien in der Vergangenheit eine rentable und flexible Geldanlage​

Die durchschnittlich sehr gute Rendite, die bei Aktien zwischen sechs bis acht Prozent im Jahr beträgt, ist definitiv eine der größten Vorteile der Wertpapiere. Jedoch gilt dies nur über einen längeren Betrachtungszeitraum, denn kurzfristig kann die Investition auch ins Minus gehen.
Gerade für unerfahrene Anleger ist es deshalb ratsam, einen klaren Anlagehorizont zu definieren und lieber in mehrere verschiedene Aktien, Fonds und ETFs zu investieren.
Viele Broker und einige Banken bieten mittlerweile Aktiensparpläne an, sodass die Wertpapiere sowohl für eine Spekulation als auch zum langfristigen Investment und regelmäßigen Sparen bestens geeignet sind.

Mit der richtigen Strategie bleiben Aktien alternativlos

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass es sich lohnen kann, in Aktien zu investieren und historisch gesehen eine lange Haltedauer immer ein Garant für eine lohnenswerte Rendite war. Allerdings gilt dies nur für Anleger, die in verschieden Aktien, Fonds oder ETFs investiert haben, denn Einzelaktien unterliegen auch langfristig extremen Schwankungen oder können sogar komplett wertlos werden.
Wenn man sich im Klaren darüber ist, dass Aktien eine langfristige Anlageformen sind und mit Risiken verbunden sind, sind sie im aktuellen Zinsumfeld auch 2023 alternativlos.
Um das Risiko zu minimieren, sollte man regelmäßig investieren und eine ausgewogene Diversifikation anstreben, wobei die Auswahl von günstigen Depotanbietern ohne hohe Gebühren ebenfalls entscheidend für die Rendite ist.
In wirtschaftlich unsicheren Zeiten kann es schwierig sein, die richtigen Entscheidungen zu treffen, aber langfristig betrachtet gehen Experten davon aus, dass es sich weiterhin lohnen wird, in Aktien zu investieren.

Maximale
Rendite
RisikoFlexibilitätGebührenMehr Informationen
Banksparplanniedrig
(bis 0,50 %)
sehr niedrigniedrigmittel
Bausparensehr niedrig
(~ 0,25 %)
sehr niedrigniedrigmittel
ETF-Sparplanmittel
(bis ~ 7,50 %
niedrighochniedrig
Fondssparplanhoch
(bis ~ 10,00 %)
mittelhochmittel
Aktiensparplanhoch
(bis ~ 15,00 %)
sehr
hoch
hochmittel

Fragen und Antworten

Lohnen sich Aktien langfristig?

Ja, Aktien haben sich langfristig als lohnendes Investment erwiesen, da sie eine höhere Rendite als andere Anlageformen bieten.

Lohnen sich Aktien AUSSCHLIEßLICH langfristig?

Nein, mit Aktien können auch kurzfristig Gewinne erzielt werden. Allerdings nur, wenn Sie bereit sind ein hohes Risiko zu tragen. Es empfiehlt sich deshalb, besser in mehrere Aktien und langfristig zu investieren.

Wann lohnen sich Aktien für mich?

Aktien lohnen sich für Sie, wenn Sie bereit sind, ein höheres Risiko einzugehen und eine längere Anlagedauer haben.

Kann man mit Aktien schnell Geld verdienen?

Es ist möglich, schnell Geld mit Aktien zu verdienen, aber es ist auch möglich, schnell Geld zu verlieren. Aktien sind eine riskante Anlageform und es ist wichtig, sich gut zu informieren und das Risiko zu verstehen, bevor man investiert.

Wann rentieren sich Aktien?

Aktien rentieren sich in der Regel, wenn die Unternehmensgewinne steigen und die Aktienkurse entsprechend ansteigen.

Lohnen sich Aktien aktuell?

Es gibt keine allgemeine Antwort auf diese Frage, da die Aktienmärkte ständig schwanken und es von vielen Faktoren abhängt, ob Aktien aktuell lohnen oder nicht.

Kann man mit Aktien passiv Geld verdienen?

Ja, es ist möglich, passiv Geld mit Aktien zu verdienen, indem man in einen Investmentfonds investiert, der von professionellen Fondsmanagern verwaltet wird.

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